Blitzlicht 02 - FIDA ist tot, es lebe der Wettbewerbskompass der EU!

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00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Digital einfach machen" - dem Podcast

00:00:18: der digitalen Sparkasse der Zukunft. Eigentlich wollten Olli und ich ja ganz gemütlich eine

00:00:23: Folge aufnehmen zum neuen Wettbewerbskompass der EU. Aber es ist mal wieder anders gekommen.

00:00:29: Die Digital-Finance-Blase spielt heute total verrückt. Die Spatzen pfeifen von den Dächern.

00:00:36: Fida ist tot. Und Fida, das hat ja irgendwie was zu tun mit Schnittstellen. Deswegen haben wir uns

00:00:43: einen weiteren Gast eingeladen heute. Den Florian, den viele von euch als denjenigen kennen, der sich

00:00:48: vor allem um so spannende Themen wie Betrugsbekämpfung kümmert. Aber, was nur wenige wissen, auch derjenige

00:00:54: ist, der die ganzen AP relevanten Projekte im DSGV zumindest mal mitverantwortet. Jiro,

00:01:00: Api und Fida sind da nur zwei Abkürzungen eine Rolle spielen. Also erst mal Hallo Florian.

00:01:05: Hallo Frank, Hallo Olli. Schön mal wieder hitze sein. So Olli, ich muss natürlich auch zu Wort kommen

00:01:12: lassen. Hallo Olli. Ja, also vielen Dank, dass ich auch wieder dabei sein darf. Trotz dieser

00:01:16: geballten Kompetenz mit Florian Schmitz, der heute dabei ist. Ich hoffe, ich kann auch noch den ein oder

00:01:21: anderen Satz loswerden. Aber ansonsten höre ich auch gerne zu, was wir heute hochaktuell zu besprechen haben.

00:01:27: Ganz sicher, weil das Thema, was wir uns ursprünglich vorgenommen haben, der Wettbewerbskompass, der hat ja

00:01:33: auch irgendwie was mit dem Thema Fida zu tun. Aber vielleicht, wie sieht denn die Gerüchteküche

00:01:38: gerade aus, Florian? Ja, war es eine Woche und heute ist erst Montag. Die fadzenden Pfeifels von den

00:01:45: Dächern, du hast es schon gesagt, Fida ist tot. Wir haben gehört, dass die EU-Kommission Fida nicht mehr

00:01:51: als vorrangig einstuft und nicht mehr mit den Zielen der EU-Kommission vereinbar vor allen Dingen

00:01:56: einstuft. Das ist natürlich spannend und jetzt müssen wir, denke ich, alle zusammen in der

00:02:02: Kredit und sowieso in der ganzen Finanzwirtschaft schauen, wie wir damit umgehen. Was das für uns

00:02:05: bedeutet, das werde ich die nächsten Tage zeigen. Ja, viele von euch werden ja mit Fida schon was anfangen

00:02:11: können. Olli, willst du noch mal kurz erzählen, was sich hinter Fida verbirgt für diejenigen, die das

00:02:16: vielleicht nicht jeden Tag verfolgen? Oh, wenn du so eine Frage an so alte Männer behilfst wie mich,

00:02:22: dann hole ich ein bisschen aus. Im Grunde geht es um den Zugriff, den offenen Zugriff auf nicht nur

00:02:28: Finanzdaten, aber vor allem Finanzdaten und hat sein Ursprung wirklich sehr, sehr weit zurück in

00:02:34: die Richtung HBCI, findet es, wir in Deutschland, die älteren von uns kennen das noch. Dann kam PSD2,

00:02:41: die Öffnung der entsprechenden Banknitzstellen in ganz Europa, während HBCI und Fintes ja ein

00:02:47: deutsches Thema war, PSD2 dann europäisches. Und jetzt, weil halt das in gewisser Weise auch

00:02:53: diskriminierend waren, weil also nur die Banken letztendlich verpflichtet waren,

00:02:57: entsprechende offene Schnittstellen für den offenen Datenzubriff zur Verfügung zu stellen,

00:03:01: hat die EU-Kommission jetzt gedacht, wir machen das Ganze horizontal breiter und daraus ist Fida

00:03:06: entstanden und wirklich ein Financial Data Access, heißt das übersetzt und dort sind dann praktisch

00:03:12: auch Lebensvorsicherer dabei, Sachvorsicherer, nicht nur Banken, LDSen und so weiter ins Wort,

00:03:18: also das komplette Programm. Es ist immer noch nicht die gesamte Horizontale der Wirtschaft,

00:03:23: aber zumindest ist der Begriff Financial und Finanzinstitute deutlich breiter gefasst worden

00:03:28: als nur bei der PSD2. Du hast es ja gerade gesagt, also die Banken für dieses Open Banking nichts

00:03:35: neues, wir haben uns auch schon dazu mal ein Podcast hier gemacht, aber für die Versicherer

00:03:40: wäre das ein anderes Brett gewesen, dass sie hätten bohren müssen. Wie glaubst du denn reagieren,

00:03:46: die Versicherer jetzt, wo sie hören, wie da könnte eventuell doch nicht kommen, als jemand, der ja

00:03:52: vor allem im Versicherungsgeschäft auch die letzten Jahre bevor zu uns gekommen ist unterwegs war?

00:03:57: Ja und vor allem jemand, der dieses Thema angefangen hat bei Versicherung zu diskutieren. Also ich

00:04:02: kam aus der Bankenbranche, habe dann ein Jahrzehnt in der Versicherungswelt verbracht und habe dann

00:04:07: die Ideen des PSD2, der Fintes versucht in die Finanzbranche der Versicherung zu bringen und

00:04:13: das Thema ist dort, würde ich mal sagen, aus Sicht der großen Versicherer oder überhaupt der

00:04:18: traditionellen Versicherer nicht wirklich mit offenen Armen aufgenommen worden, denn die haben

00:04:23: tatsächlich anders als die Banken, die ja über drei Jahrzehnte oder eine Röhren waren, Schwierigkeiten,

00:04:28: ihre Daten nach außen hinzugeben, vor allem und ich hoffe, ich darf jetzt so ehrlich sein, weil die

00:04:33: Versicherungen ja auch davon leben, noch weniger transparent und vergleichbar zu sein als zum

00:04:39: Beispiel Banken sind oder auch Girokonto-Produkte und mit so einem entsprechenden API wäre es natürlich

00:04:44: dann noch weitergegangen, als wir heute schon mit Check24 kennengelernt haben, dort wo ich dann

00:04:49: halt Produkte abschließen kann. Neugeschäftsprodukte wäre das halt im Versicherungsumfeld noch viel

00:04:54: weitergegangen und davor haben natürlich vor allem die großen Versicherer sehr viel Angst. Ich weiß

00:04:59: jetzt nicht, was dort entsprechend besprochen wurde während der Zeit, der entsprechenden

00:05:03: viele Diskussionen, aber das, was ich festgestellt habe in der Zeit, als ich versucht habe,

00:05:08: Open Data im Kontext von Versicherer populär zu machen, war eigentlich sehr viel Widerstand. Nun

00:05:14: habe ich die letzten vier Jahre damit weniger zu tun gehabt, aber ich könnte mir vorstellen,

00:05:18: dass das durchaus ein Grund ist, dass es der eine der zweite Grund ist, vielleicht, dass ich den

00:05:23: nochmal hinten dran hänge, ist, Versicherung LPI sind deutlich komplexer. Also während so eine Bank

00:05:28: API mit Zahlungsverkehr und Kontrauslösendienst bzw. Kontrainformationsdienst, fructurell datentechnisch

00:05:35: relativ einfach ist, ist ein Versicherungsprodukt maximal komplex. Und ich glaube, dass die Versicherung

00:05:41: auch Respekt bzw. Angst davor haben, diese Komplexität nach außen hinüber APIs zur Verfügung

00:05:48: zu stellen. Denn das ist tatsächlich etwas anderes, als wir heute im Bankumfeld kennen. Du hast es gesagt,

00:05:54: du hast dich letzten Jahre nicht mehr so intensiv drum gekümmert, Florian, aber umso mehr. Florian,

00:05:59: das hört sich doch oder hat sich doch eigentlich alles sehr sinnvoll angehört aus Sicht von denjenigen,

00:06:05: die sagen, na ja, mehr Wettbewerb tut erstmal gut. Wenn die Daten frei fließen, dann wird es wahrscheinlich

00:06:11: mehr Wettbewerb geben. Gerade Fintechs dürften davon profitieren. Und jetzt ist das Ganze offenbar von

00:06:17: heute auf morgen abmoderiert worden. Hast du da eine Erklärung für, wie das jetzt gekommen sein kann?

00:06:23: Hat dich das auch überrascht? Und B, warum glaubst du hat die Kommission sich jetzt dafür entschieden,

00:06:31: das Thema zurückzustellen? Ja, das war jetzt eine lange Frage. Ich schichte die mal ab. A, hat mich das

00:06:37: überrascht. Ja, ich würde sagen schon in dieser Wucht haben wir das, habe ich das nicht erwartet,

00:06:43: denn grundsätzlich ist Open Banking oder Open Finance ein schönes Thema. Ein feines Thema,

00:06:48: das treiben wir auch als Sparkassenfinanzgruppe. Ich glaube, das Problem an der FIDA war weniger

00:06:54: das Thema der Schnittstellen, sondern vielmehr das Thema der Bürokratie. Und das ist ihr letztendlich

00:07:00: auch zum Verhängnis geworden. Durch die Schiems, die hätten gebaut werden müssen, also Schiems plural,

00:07:05: denn da macht die Regulierung keinerlei oder der Regulator keinerlei Vorgabe,

00:07:10: welchen Schiems man sich anschließen kann. Man kann auch selber ein Schiem aufbauen,

00:07:14: wenn man die notwendige Marktrelevanz hat. Das wäre natürlich wahnsinnig bürokratisch geworden,

00:07:19: wenn wir in Europa auf einmal 30, 40 verschiedene Schiems haben mit unterschiedlichen technischen

00:07:24: Implementierungen. Und dann muss das natürlich noch überwacht, reguliert werden. Da muss

00:07:29: natürlich jemand drauf schauen, wenn es Beschwerden gibt. Das würde dann die Aufsicht machen. Und

00:07:34: parallel müssten auch noch Entgelte festgelegt werden. Das wäre dann natürlich auch, glaube ich,

00:07:39: schwierig. Bei einer großen Anzahl von Schiems müssten sehr viele verschiedene Parteien

00:07:43: Verhandlungen führen. Also letztendlich glaube ich, dass der FIDA, wenn es denn wahr ist, was wir

00:07:48: gehört haben, die Bürokratie zum Opfer gefallen ist. Und da passt es ja ganz gut, vielleicht auch

00:07:53: aus Sicht der EU-Kommission, was Herr Draghi vorgeschlagen hat, nämlich dass Bürokratie abgebaut

00:07:58: werden muss. Ja, vielleicht ist FIDA das erste Opfer der EU-Kommission an der Stelle. Das wäre

00:08:04: schon eine super Überleitung zum Wettbewerbskompass. Aber du hast gerade, glaube ich, noch mal einen

00:08:10: entscheidenden Halbsatz gebracht, wenn es denn wahr ist. Wir haben jetzt Montagabend. Es gibt noch

00:08:16: keine offizielle Verlautbarung. Es gibt aber sehr wohl einige Quellen, die das mit Ohrwahrscheinlichkeit

00:08:25: auch richtig schon vorbringen können. Wie realistisch glaubt ihr denn, sind diese Quellen? Gehen

00:08:31: die ein großes Risiko ein, wenn wir heute schon den Abgesang auf FIDA singen oder sagen wir,

00:08:35: nee, da ist schon was dran. Olli. Also ich habe ja die Dokumente tatsächlich, also die Geliebten

00:08:42: auch gesehen. Das Internet ist inzwischen auch Roll davon. Ich glaube aus zwei Gründen, dass wir das

00:08:49: als sehr realistisch betrachten sollten. Das eine ist die Masse an Informationen, die jetzt schon

00:08:54: vorliegt und vor allem auch der Detailgerat. Und das andere ist, die EU-Kommission muss etwas tun.

00:08:59: Die EU-Kommission steht unter extremen Druck, Bürokratie abzubauen und auf der anderen Seite

00:09:05: wieder die EU als solches entsprechend mit Wachstum und Innovationen zu fördern. Und beides zahlt ein

00:09:13: darauf, dass man gewisse Dinge fokussiert, konzentriert, sich auch wenige ganz massive Säulen

00:09:19: stützt und diese große breite Masse, die es an Regulierung gibt und davon gibt es ganz,

00:09:24: ganz viele, nach hinten zurückpriorisiert. Ich sehe jetzt FIDA auch nicht in dem Sinne für immer

00:09:29: verschwunden, sondern die EU-Kommission, so interpretiere ich das, die sagt, wir haben jetzt

00:09:34: etwas vor, eine Digital Single Market, eine digitale Public Infrastructure, so wie ich das immer gerne

00:09:40: zu sagen pflege. Und da brauche ich drei, vier Regulierungen oder vier und die müssen möglichst

00:09:46: relativ realistisch sein und kurz umsetzbar. Und der ganze Ratenschwanz, der mich auffällt,

00:09:51: weil das ja auch lange diskutiert werden muss, ist zurückgestellt. Und FIDA gehört hat jetzt

00:09:57: nicht in dieser Form, in diese kategorie wie ich sie gerade beschrieben habe. Kurzfristig

00:10:01: umsetzbar, sehr effektiv und auch tatsächlich einer der ersten Bausteine, die man braucht,

00:10:06: um diesen digitalen Single Market zu entwickeln. Okay, das glaube ich verstanden zu haben.

00:10:11: Wann rechnen wir denn mit der offiziellen Verlautbarung Florian? Ja, erst mal möchte ich das unterstützen,

00:10:18: was Olli gesagt hat, auch das habe ich genauso gehört und ich denke, dass morgen im Laufe

00:10:24: über das Tag. Es spätestens am

00:10:25: ganz offiziell hören werden. Das heißt, wenn wir vielleicht heute noch den Podcast

00:10:30: veröffentlichen, dann wissen wir morgen, ob wir komplett daneben gelegen haben oder

00:10:35: ob wir recht hatten. Das finde ich mal ganz spannend und morgen sind wir dann auch

00:10:39: schon schlauer. Ja und vielleicht nochmal, vielleicht Frank, sorry, dass ich das unterbreche,

00:10:44: aber ergänzend, also was ich gelesen habe, Freitag wird die EU-Kommission auch ein

00:10:48: Strategiepapier veröffentlichen. Ja und in diesem Strategiepapier, so das, was man

00:10:54: gehört hat, wird sie es auch erklären. Sie wird das Narrativ hinter Regulierungen

00:10:58: rein, Regulierung raus, auch dem entsprechenden Bürger und den Bürgerinnen der EU

00:11:03: zur Verfügung stellen. Also wir werden nicht nur einfach viele abgewählt sehen,

00:11:06: andere Regulierungen rein, sondern da wird abgeleitet. Und Florian hat das ja

00:11:10: gerade schon mal erzählt, aus dem Draghi-Report, aus der Institution der EU,

00:11:14: wird auch nochmal ein Strategiepapier kommen und dann werden sie einfach sagen,

00:11:16: wie ein Wahlprogramm. Das sind unsere drei Highlights. Die Zähne haben wir rausgeworfen,

00:11:21: im Sinne eines Springcleanings. Jetzt lasst uns nach vorne gucken. Bin ich fest von überzeugt,

00:11:25: dass wir das Freitag auch sehen werden. Und vorher werden wir natürlich von

00:11:28: China hören, glaube ich auch. Wir haben jetzt ja schon mehrfach von euch den Draghi-Report

00:11:34: erwähnt bekommen. Wenn ich mich recht erinneris, der Draghi-Report ja etwas, was schon im letzten

00:11:40: Jahr veröffentlicht wurde, von eben besagten Herrn Draghi, ex-ECB-Chef, ex-Regierungschef von Italien.

00:11:46: Der hat nämlich damals den Auftrag bekommen zu schauen, wie stets denn um die Wettbewerbsfälle

00:11:51: der EU. Und er hat in dem Report eine ganze Reihe von Fragen, ich möchte sagen,

00:11:57: Problemen aufgeworfen, die auch deutlich gemacht haben, dass die Wettbewerbsfähigkeit der EU

00:12:02: in kritischen Themenbereichen gar nicht mal so gut ist. Und Fragenaufwerfen ist das eine,

00:12:08: aber man muss halt auch Antworten geben auf die Fragen. Und die Antworten sind letzte Woche dann

00:12:14: auch ganz offiziell gekommen, über den, jetzt fast will ich mich wahrscheinlich wiederkommen,

00:12:18: per Tötiveness, Compass der EU, also in Wettbewerbs-Compass. Der hat nämlich dann tatsächlich zum

00:12:25: Gegenstand die Beantwortung der Fragen. Und der beschäftigt sich im Wesentlichen mit drei Säulen,

00:12:33: Oli. Kannst du dazu was sagen? Ja, auf jeden Fall eine Säule, die natürlich jeder reflexartig auch

00:12:39: entsprechend erklären würde oder zumindest so zitieren würde oder beantworten würde,

00:12:44: auf deine Frage ist unser Innovation-Gap. Das heißt, wir haben tatsächlich ein Problem in Europa

00:12:51: innovativ zu sein. Und das ist nicht nur digital innovativ, aber vor allem auch digital innovativ.

00:12:56: Wir sehen das ja, dass wir im Grunde eigentlich links, rechts oben und unten überholt werden.

00:13:01: Und das ist eine Erkenntnis, das heißt, wir müssen dieses Innovation-Gap tatsächlich auch

00:13:06: schließen. Natürlich dann auch unter darmischen Häufchen drüber gesprochen, eine gemeinsame

00:13:11: Roadmap für die Wettbewerbsfähigkeit. Das heißt nicht nur, dass wir mehr Innovationen brauchen

00:13:18: oder wieder neue Innovationen, um entsprechend das Wachstum zu fördern, sondern wir müssen damit

00:13:22: auch Wettbewerbsfähig werden gegenüber unseren Konkurrenten. Und das Dritte ist tatsächlich,

00:13:28: dass wir unglaublich umfangreichen Abhängigkeiten von Dritten reduzieren müssen. Denn wir sind,

00:13:35: muss man mal überlegen, wir sind viel größer als die USA und Kanada zusammen, was die Einwohner

00:13:40: angeht. Wir können uns vergleichen mit China, mit unserem Wirtschaftswachstum und eigentlich auch

00:13:44: mit Indien. Aber trotzdem, obwohl wir eigentlich ein bevölkerungsreiches und wirtschaftlich unheimlich

00:13:49: stabiles großes Land sind, sind wir total abhängig von vielen, vielen, vor allem Technologien. Das

00:13:55: müssen wir reduzieren und gleichzeitig müssen wir schaffen, die Sicherheit zu erhöhen,

00:14:00: eine vor allem auch die digitale Sicherheit. Denn wir alle wissen, wir haben Bedrohungszenarien,

00:14:04: die sind nicht nur Panzer und Raketen und Flugzeuge von irgendwo her, sondern tatsächlich

00:14:10: entsprechende Seilbahngriffe. Da müssen wir auch stabiler werden. Also diese drei Säulen,

00:14:13: sehr kompakt auch zusammengefasst, kann man auch gut im Internet nachlesen. Das ist das,

00:14:18: was die EU-Kommission jetzt fokussieren wird. Da schließt sich glaube ich auch wieder der

00:14:23: Kreis Innovation Gap. Ein wesentlicher Hemmnisfaktor, den der Herr Draghi auch schon ausgemacht hat in

00:14:30: seinen Report, war tatsächlich das Thema Regulierung. Und das passt ja dann eigentlich ganz gut, wenn man

00:14:36: jetzt sagt, wir schauen uns genau an, welche Regulierung wir vorgabt haben und wir schmeißen

00:14:41: vielleicht auch mal welche raus, die mit einer guten Absicht entstanden sind, die aber dann

00:14:45: vielleicht doch zu größerem Problem geführt hätten. Kann man das so sagen, Florian? Ja,

00:14:51: vielleicht kann man das so sagen. Also ich habe, in der Tat, hätte ich beim FIDA ein lachendes und

00:14:57: ein weinendes Auge vielleicht. Ein weinendes Auge, weil ich glaube Open Finance ist sehr,

00:15:02: sehr wichtig. Das ist etwas, was uns voranbringen kann, was ich auch gerne gemacht hätte, sowohl

00:15:06: bei uns in der Gruppe als auch dann im Rahmen eines vielleicht europäischen Schiems. Auf der anderen

00:15:11: Seite habe ich aber auch ein lachendes Auge und das ist halt dieses Bürokratie Auge. Es wäre

00:15:15: halt totales Monster geworden. Das hatte ich ja eingangs schon gesagt und ich glaube, dass wir uns

00:15:20: diese Arbeit sowohl als Sparkassenfinanzgruppe als auch wahrscheinlich als gesamte europäische

00:15:24: Wirtschaft sparen. Das sollte uns glücklich machen. Aber ich hoffe, dass man vielleicht mit

00:15:29: anderer, mit einem anderen Regulierungsansatz nochmal ein Antritt unternimmt für Open Finance.

00:15:34: Vielleicht noch ergänzend, das ist mir ganz ganz wichtig, weil wir sind ja hier in Deutschland

00:15:39: gerade vor einer Wahl zwei Wochen noch und jeder redet von Bürokratieabbau. Ich kann es schon

00:15:45: nicht mehr hören. Also Deutschland als auch in Europa. Und reiner Bürokratieabbau ist aber

00:15:52: gar nicht so sinnvoll, sondern muss die richtige Bürokratie. Bürokratie kann wirklich gut sein

00:15:58: und es gibt wirklich konstruktive Wachstumsregulierung. Das ist zum Beispiel dazu da ist, um in Europa

00:16:06: einheitliche Infrastrukturen aufzubauen, um Transportwege zu schaffen, sei es nur physischer

00:16:12: oder digitaler Art. Also das ist Bürokratie, die nenne ich wirklich konstruktiv Wachstumsregulierung

00:16:18: und die brauchen wir. Denn Europa braucht Regeln, die europaweit funktionieren, damit Wachstum und

00:16:25: Waren und Geld fließen. Ungekehrt kontrollieren der Regulatorik, überwachen der Regulatorik. Das

00:16:31: ist eigentlich das, was die Menschen glauben und immer verstehen. Überwacht mich nicht noch mehr,

00:16:35: noch mehr Reporten. Das ist so diese negative Bürokratie, die alle abbauen wollen. Aber die

00:16:41: ganze Welt sagt, wir müssen Bürokratie abbauen. Ich sage aber gleichzeitig, du musst beides tun.

00:16:45: Du musst diese gefühlt destruktive Bürokratie reduzieren und die konstruktive, die innovative

00:16:50: Bürokratie musst du fördern. Und das siehst du auch in dem Draghi-Report. Das werden wir in den

00:16:55: nächsten Tagen sehen. Es wird neue Regulierung geben. Drei, vier Highlight-Regulierungen geben,

00:16:59: wo ihr sagt, hey, wir wollen Bürokratie abbauen, aber da gibt es jetzt plötzlich neue. Guckt euch das an.

00:17:04: Die sind wirklich extrem innovativ und ich würde sagen Wachstumsfördern und gleichzeitig werden

00:17:09: wir 20 Jahre abgeschafft. Deswegen muss man immer vorsichtig sein, wenn es da irgendein Politiker

00:17:14: hinstellt, hey, ich will Bürokratie abbauen. Nein, wir müssen da differenzieren und das ist

00:17:18: auch das, was wir gerade erleben. Vieler gehört jetzt nicht zum ersten Package, wo wir sagen,

00:17:23: das ist jetzt das, was uns innovativ und wachstumsmäßig nach vorne bringt. Nicht in der ersten Welle,

00:17:30: vielleicht auch nicht in der zweiten. Es gibt andere, die wir aber brauchen. Das sind Grundregulierungen,

00:17:35: nämlich genau diese Basisregulierung. Und das erleben wir gerade. Das hat aber eine Weile gedauert,

00:17:39: bis dieses Verständnis entwickelt wurde in der Europäischen Kommission. Bei den Politikern

00:17:44: in Deutschland, glaube ich, haben wir noch ein bisschen Schwierigkeiten, das Thema zu verstehen.

00:17:49: Sehen wir auch gerade gestern, wir reden heute, was haben wir Montag, gestern bei die Elefantenrunde

00:17:53: zwischen zwei der Kanzler, Kandidatinnen. Und das ist kein einziges Wort,

00:17:57: über Digitalisierung gesprochen worden. Ein einziges Wort. Und dabei, dann reden Sie von Europa,

00:18:02: wie wichtig Europa ist. Da höre ich gerne zu. Sie reden darüber, dass wir Europa brauchen

00:18:07: und Wachstums haben. Und dann, dass wir Europa und eine digitalisierte Europa brauchen, um eigentlich

00:18:12: nicht nur Staat zu produzieren und Autos, sondern auch um Digitalenraum zu wachsen. Das wird aber

00:18:16: nicht diskutiert. Da hörst du anderthalb Stunden zu und wartest die ganze Zeit darauf, dass da jemand

00:18:21: was sagt und tut kann. Und da merkst du, dass die EU, wir schimpfen alle so über die. Die sind

00:18:26: mental schon weiter. Also eine von der Leyen, ein Draghi und all die dahinter sind mental weiter,

00:18:33: als wir es in Deutschland sind. Das ist mein Statement. Und deswegen sollten wir tunlich uns davon

00:18:38: erhalten lassen, mit Europa uns zu verbinden und immer nach Deutschland nur zu schieren. Das ist

00:18:44: jetzt sehr politisch, aber wir sind ja gerade in zwei politischen Wochen, die wir noch haben und

00:18:48: ringt aber unsere Themen ja auch zusammen. Du hast mir gerade die Sätze aus dem Mund genommen.

00:18:52: Das war schon sehr politisch, aber glaube ich auch mal wichtig, ein entsprechendes Statement zu

00:18:57: bringen. Florian, die letzten Worte würde ich gerne an dich geben. Hast du denn jetzt Sorge zu wenig

00:19:03: Arbeit zu haben die nächste Zeit? Da lacht er, Olli. Ja, also erst mal möchte ich unterstreichen,

00:19:10: was du gerade gesagt hast zu negativer oder destruktiver Bürokratie. Hast du gesagt,

00:19:14: hast du jetzt wie ein großer Staatsmann gesprochen? Ja, ich bin ganz beeindruckt gewesen. Also ich

00:19:19: würde dich wählen, wenn ich in zwei Wochen mein Kreuzchen machen dürfte. Aber du stehst ja nicht

00:19:23: auf dem Wahlsättel. Sorgen über zu wenig Arbeit mache ich mir eigentlich nicht. Ich könnte mir

00:19:28: vorstellen, dass an der Betrugsfront in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten noch einiges zu tun sein

00:19:33: wird. Von daher gehe ich auch davon aus, dass du mir weiterhin tolle Aufgaben geben wirst. Nur

00:19:38: halt vielleicht ein bisschen weniger Fieder zukünftig. Also aus dem Regulierungskontext wird

00:19:44: es ja weiterhin so Themen wie PSR und PSD3 wahrscheinlich geben. Das wird uns auch beschäftigt

00:19:51: halten. Ich habe auch keine Sorgen, dass es dir langweilig wird. Bei uns und außerdem wirst du

00:19:55: da ja hoffentlich in Kürze auch an anderer Stelle in einem Podcast auftreten dürfen. Wenn ich es

00:20:01: richtig im Kopf habe, sollst du ja bei einem der Podcast von Sparkasse.de demnächst viele

00:20:06: interessante Dinge rund um das Thema Betrugsbekämpfung erzählen dürfen. Ich bin total gespannt,

00:20:11: freue mich sehr darauf. Olli, wie immer, vielen Dank, dass du heute dabei warst. Ich bin mal gespannt,

00:20:16: was sich nächste Woche als nächstes Thema auftut. Vielleicht wird ja unsere Blitzlichtreihe

00:20:22: dann auch eine feste Kolumne in diesem Podcast. Deswegen für heute. Wir sind am Ende. Ganz

00:20:29: vielen Dank. Danke, dass ihr dabei wart. Bis bald. Tschüss. Da auch schönen Abend. Tschüss.

00:20:34: Digital einfach machen. Der Podcast der digitalen Sparkasse der Zukunft.

00:20:44: [Musik]

00:20:47: Ja.

00:20:48: Abonnentums und Unternehmern an den Online- und Privatkapital!

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